Römerkanal abzugeben ...!

 

Seit fast 2000 Jahren liegt zwischen Nettersheim und Köln Deutschlands bedeutendster antiker Technikbau in der Erde verborgen: Die römische Eifelwasserleitung nach Köln. Sie ist mit einer Länge von 95,4 km der größte antike Technikbau nördlich der Alpen. Als reine Gefälleleitung versorgte der „Römerkanal“ rund 200 Jahre lang die römische Provinzhauptstadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium / Köln täglich mit bis zu 20 Millionen Liter besten Trinkwassers.

In Vorbereitung einer großen Straßenbaumaßnahme wurde in Hürth-Hermülheim bei Köln ein Teilstück dieser berühmten römischen Wasserleitung freigelegt. Die neue Straße soll demnächst die B 265 als Umgehung um den Ort auf dessen Ostseite herumführen und wird dabei den Römerkanal in ihrer ganzen Breite schneiden. Durch den 1986 erstellten „Atlas der römischen Wasserleitungen nach Köln“ war der Verlauf der antiken Trasse exakt zu lokalisieren und konnte bei einer baubegleitend durchgeführten archäologischen Ausgrabung im Auftrag des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland (LVR-ABR) metergenau angetroffen werden. Damit liegt nun auf eine rund 50 m lange Strecke das hier gut erhaltene Bauwerk offen. Das U-förmige Kanalgerinne ist bestens erhalten, lediglich das Gewölbe ist zu großen Teilen eingestürzt. Für die Bodendenkmalpflege und Straßenbau stellte sich nun die Frage: Was tun mit diesem Bodendenkmal? Immerhin haben wir es hier mit einem Teilstück eines bedeutenden antiken Technikbaus zu tun!

Bei einer Versammlung im Rathaus Hürth am 6. Oktober 2016 kam man überein, das antike Bauwerk weitestgehend zu schützen. Der Kanal muss zwar der Baumaßnahme weichen, wird aber trotzdem komplett erhalten. Dazu sollen auf beiden Seiten der neuen Straße, die Kopfenden nach vorheriger Konservierung sichtbar in situ verbleiben. Vom Mittelstück wird ein 2,5 – 3,5 m langes Stück geborgen, konserviert und im Bereich einer Fußgängerüberführung über die neue Straße der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein 1,5 m langes Stück wird in einer Außenstelle des LVR-ABRSwisttal-Buschhoven eingelagert, um für künftige Materialuntersuchungen zur Verfügung zu stehen.

Damit stehen immer noch rund 30 m Römerkanal zur Verfügung, die erhalten werden sollen. Straßen-NRW, als Verantwortlicher für diese Baumaßnahme, wird diesen Teil des Bauwerks in ca. 1,5 m langen Teilstücken bergen und geschützt einlagern, bis sich Abnehmer dafür gefunden haben, die ein solches Objekt der Öffentlichkeit zugänglich machen wollen. Als Abnehmer kommen Wasserversorger, Hochschulen und sonstige Bildungseinrichtungen, Kommunalverwaltungen und öffentliche Einrichtungen oder ähnliche Interessenten in Frage.

Der Freundeskreis Römerkanal e.V. nimmt Interessenten in der Reihenfolge des Eingangs ihrer Anträge in eine Warteliste auf. Voraussetzung für die Aufnahme in diese Warteliste ist die verbindliche Erklärung, das Denkmal auf eigene Kosten am Aufbewahrungsort abzuholen und unter witterungsgeschützten Bedingungen öffentlich zugänglich aufzustellen. Zuvor ist das eingestürzte Gewölbe wiederherzustellen, um einen dauerhaften Bestand des Denkmals zu gewährleisten.

 

 

 

Es sei nicht unerwähnt, dass dies wahrscheinlich (und hoffentlich) die letzte Möglichkeit sein wird, ein solches Bodendenkmal zu übernehmen. Wer sich also mit einem solchen Kleinod schmücken will, sollte sich alsbald melden und sein Interesse kundtun. Interessenten wenden sich bitte an Prof. Dr. Klaus Grewe mail@klaus-grewe.de .

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