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Pressemitteilung

 

Freundeskreis Römerkanal e.V., Madbachstr. 19, 53359 Rheinbach,

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           Prof. Dr. Gerd Wiendieck
           Pressesprecher
           Tel. 02226-900106
           gerd.wiendieck@t-online.de

Der Römerkanal: Prof. Dr. Grewe fesselt seine Zuhörer

Der  große Ratssaal im Himmeroder Hof  reichte bei weitem nicht aus um die überwältigende Zahl der Besucher unterzubringen. Stühle auf Stühle wurden herangeschleppt ohne dass es reichte, allen einen Sitzplatz zu geben. Prof. Grewe wurde seinem Ruf als ebenso kompetenter Kenner wie unterhaltsamer Redner voll gerecht. So löste er gleich zu Anfang den Ärger über den Mangel an Sitzplätzen auf, indem er augenzwinkernd darauf hinwies, dass er leider ja auch während des ganzen Vortrags stehen müsse.

Lorenz Euskirchen, der Vorsitzende des Freundeskreis Römerkanal e.V. begrüßte die Gäste und würdigte ausführlich die wissenschaftlichen Arbeiten dieses herausragenden Archäologen dem in Anerkennung seiner  Forschungsleistungen erst kürzlich die Auszeichnung des Professorentitels durch die Technische Hochschule Aachen verliehen wurde.

Prof. Dr. Klaus Grewe, links im Bild

Professor Klaus Grewe faszinierte seine Gäste mit aktuellen Fotos der großartigen Aqäduktbauten der Römer und erläuterte anschließend die Technik, mit der die Römer damals das Gelände mit einer Präzision vermessen hatten, die uns heute noch staunen lässt. Der Kanalbau wurde in einzelnen Abschnitten (Baulosen) durchgeführt. Die hohe Präzision der Vermessung stellte sicher, dass die Leitung in Höhe und Lage jeweils exakt an dem Punkt auskam, an dem der nachfolgende bereits fertig gestellte Bauabschnitt begann. Die Eifelwasserleitung von Nettersheim über Rheinbach nach Köln ist mit 95 km Länge der drittgrößte Wasserversorgungskanal der Römerzeit.

Prof. Grewe hat nicht nur die antiken Schriften von Marcus Vitruvius, einem bedeutenden Architekten des ersten vorchristlichen Jahrhunderts ausgewertet sondern selbst aktiv an den historischen Stätten gegraben um die verschütteten Bauwerke freizulegen und zu vermessen. Im zweiten Teil seines Vortrags entschlüsselte Prof. Grewe ein antikes Relief und konnte nachweisen, dass der verwitterte Stein eine wassergetriebene Steinsäge der Römer darstellte, die später nachgebaut wurde und sich als äußerst funktionstüchtig erwies.

v.l.n.r  Tamara Vogt, stellv. Bürgermeisterin, Susanne Wahlen, Vorsitzende des Regionalbeirats, Rolf Greiff, stellv. Vorsitzender Freundeskreis Römerkanal, Lorenz Euskirchen, Vorsitzender Freundeskreis Römerkanal, Prof. Dr. Klaus Grewe, Gerd Neunkirchen, Direktor Kreissparkasse Köln

Im Anschluss an den Vortrag eröffnete die zweite Bürgermeisterin Rheinbachs, Tamara Vogt die Sinterausstellung. Als Sinter oder Aquäduktmarmor werden die Kalkablagerungen in den Wasserkanälen bezeichnet. Später wurde dieser Sinter als Marmorersatz genutzt um Grabplatten und Säulenkapitele zu formen.  Frau Vogt dankte dem Freundeskreis Römerkanal und den zahlreichen Helfern für ihr ehrenamtliches Engagement zur Erhaltung und Pflege dieser großartigen kulturhistorischen Zeugnisse der Römerzeit. Diesem Dank schloss sich Lorenz Euskirchen an und hob hervor, dass die Ausrichtung dieser Ausstellung und der Ankauf der Sinterstücke nicht ohne die großzügige finanzielle Unterstützung der Kreissparkasse Köln möglich gewesen wären. Sparkassendirektor Gerd Neukirchen hatte sich hier persönlich dafür engesetzt.