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Römerkanal

Die römische Eifelwasserleitung von Nettersheim nach Köln

Nachdem die Colonia Claudia Ara Agrippinensium/Köln (CCAA) 80/90 n. Chr. Hauptstadt der neu eingerichteten Provinz Niedergermaniens geworden war, orientierte man sich in der Wasserversorgung gänzlich neu und baute das Aquädukt aus der Eifel.

Die Eifelwasserleitung nach Köln war mit 95,4 Kilometer einfacher Trassenlänge eine der längsten Fernwasserleitungen im Imperium Romanum. Sie versorgte vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. die Colonia Claudia Ara Agrippinensium/Köln, die Provinzhauptstadt Niedergermaniens, mit qualitätvollem Trinkwasser. Die Leitung war gleichermaßen Ausdruck gehobenen Lebensstandards wie das Ergebnis perfekten technischen Könnens.

Die Wasserversorgung des antiken Köln war in mehreren Schritten ausgebaut worden. Schon in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts hatte eine aus mehreren Quellen am Vorgebirgsrand schöpfende Wasserversorgung bestanden, die aber die Versorgung der Stadt in ihrer ersten Blütezeit weder qualitativ noch mengenmäßig sicherstellen konnte. Deshalb hat man vermutlich schon gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. die Leitung aus der Eifel gebaut.

Das Eifelwasser entsprach nicht nur den Qualitätsansprüchen der römischen Bewohner Kölns, auch der Geschmack dieser Zeit wurde vom kalkhaltigen Wasser aus den Quellen im Gebiet der Sötenicher Kalkmulde getroffen. Deshalb erschloss man zuerst die drei Quellen bei Kallmuth, Urfey und Dreimühlen; in einer zweiten Bauphase erweiterte man dieses System durch einen zum Grünen Pütz im Urfttal führenden Leitungsstrang.

Die Eifelwasserleitung war als reine Gefälleleitung konzipiert worden. Die außergewöhnliche technische Leistung bei Planung und Bau dieses antiken Großprojektes wird besonders deutlich in der Überwindung der Rhein-Maas Wasserscheide, in der Ausfahrung der Täler von Erft und Swistbach zwecks Erreichung des Villerückens und im Bau der großen Aquäduktbrücken über die Erft (ca. 550 m lang) und den Swistbach (ca. 1400 m lang). Mit einer Tagesleistung von rd. 20.000 m3 (20 Mio. Liter) Trinkwasser ist die Eifelwasserleitung nach Köln ein exemplarisches Beispiel für die Infrastruktur einer antiken Großstadt.

Obwohl auch das mittelalterliche Köln der Wasserversorgung im großen Stil bedurfte, hat man die Eifelleitung in nachrömischer Zeit nicht wieder instand gesetzt. Statt dessen benutzte man den Römerkanal seit karolingischer Zeit, besonders aber im 11. Bis 13. Jahrhundert, als Steinbruch, um Baumaterial zu gewinnen. Besonders begehrt war die Kalkablagerung, der Kalksinter (Aquäduktmarmor), aus dem sich marmorähnliche Säulen, Altarplatten usw. herstellen ließen.


Denkmäler im Verlauf der römischen Eifelwasserleitung

Quellfassung Grüner Pütz bei Nettersheim

 

Die vier Stränge der Eifelwasserleitung nach Köln wurden sämtliche aus Quellfassungen gespeist, wobei die Methoden der Wasserfassung dem jeweiligen Wasservorkommen angepasst waren. Hier am Grünen Pütz ist der römische Baubefund besonders anschaulich präpariert worden: In einer 80 Meter langen Sickerung, deren bergseitige Wangen ohne Mörtel, also wasserdurchlässig gebaut worden ist, kann das aus dem Hang quellende Wasser eindringen. Das Kopfende dieser 0,4 Meter Breite und 0,7 bis 1,0 Meter Höhe messenden Sickerleitung ist als kleines Becken ausgebaut worden; die Leitung ist mit der Bruchsteinplatten abgedeckt und führt das Wasser auch heute noch der Brunnenstube zu. Zur Frostsicherung war die gesamte Quellfassung mit Erdreich überdeckt

Brunnenstube Grüner Pütz bei Nettersheim

 

Die Brunnenstube Grüner Pütz war das Bindeglied zwischen der als Sickerleitung angelegten Quellfassung und der nach Köln führenden Wasserleitung. Zwei kleine Durchbrüche in den Sandsteinblöcken des 1,93 x 1,86 Meter messenden Fundamentes liessen zusätzliches Quellwasser eindringen. Der Schwellstein am Beginn der Wasserleitung bewirkte eine kleine Aufstauung des Wassers in der Brunnenstube, wodurch eine Beruhigung und Klärung des Wassers erreicht wurde. Auf dem Sandsteinfundament waren die Wände der Brunnenstube mit Grauwackehandquadern aufgemauert. Den oberen Abschluss der Seitenwände bildete eine halbrund gearbeitete Sandsteinbekrönung, die in den Ecken der nach oben offenen Brunnenstube mit Gorgonen-Häuptern versehen war; dadurch gedachte man Unheil von der Quelle abzuwenden. Der archäologische Befund ist 1975 präpariert worden, dabei wurden das erhalten gebliebene Fundament restauriert und das aufgehende Mauerwerk rekonstruiert; die seitliche Maueröffnung lässt einen Einblick in die Funktionsweise der Brunnenstube zu.

Aufschluss des Römerkanals bei Urft, Burg Dalbenden

 

Die Konzeption der Eifelwasserleitung als reine Gefälleleitung erforderte, dass jedes Seitental der Trasse ausgefahren und jeder Berg umrundet wurde. In Einzelfällen konnten davon allerdings abgewichen werden: Um vor der schwierig zu überwindenden Wasserscheide zwischen Maas und Rhein möglichst sparsam mit der zur Verfügung stehenden Energiehöhe umzugehen, wurden dieses kleine Trockental (Siefen) im steilen Nordhang des Urfttales auf geradem Weg durchfahren. Zu diesem Zweck tritt die Leitung für ein kurzes Stück aus ihrem unterirdischen Verlauf an das Tageslicht. Ein Durchlass mit lichter Weite von 0,9 Meter sorgt an dieser Stelle für einen Schutz des Bauwerkes vor Unterspülung. Die bei Regen oder Schneeschmelze anfallenden Oberflächenwasser werden unter der Leitung abgeführt.

Brunnenstube Klausbrunnen Mechernich-Kallmuth

 

In der Kallmuther Brunnenstube befinden wir uns am Kopfende eines der drei Wasserleitungszweige, die in der ersten Bauphase der Eifelleitung (Ende 1 .Jahrh. n. Chr.) gebaut worden sind. Die beiden anderen Zweige beginnen an den Quellen bei Urfey und Dreimühlen.Das Sammelbecken mit den Grundrissmaßen von 3,5 m x 5,8 m ist mit seinem Fundament bis in die ehemals Wasser führende Schicht in das Erdreich eingetieft worden. Das Quellwasser konnte durch die torartigen Öffnungen in den Sandsteinblöcken sowie durch die mörtellos gesetzten Steinlagen in das Becken eindringen. Die aus Grauwacken gesetzten Stürze und Bögen über diesen losen Steinlagen fangen den Druck der aufgehenden Mauerwerks ab. Der obere Rand des Beckens war mit halbrunden Sandsteinen abgedeckt; das Becken war nach oben offen. Unterhalb des Klausbrunnens ist der in einer zweiten Bauphase errichtete Leitungszweig aus dem Urfttal angeschlossen worden. Das Wasser vom Grünen Pütz, das nicht höhengleich auf die vorhandene Leitung am Klausbrunnen traf, wurde vor dem Anschluss durch ein kleines Tosbecken geführt, um die zerstörerische Kraft des Wassers an einer Sollstelle zu vernichten und um dadurch Beschädigungen am Kanalmauerwerk zu vermeiden.

Aquäduktbrücke bei Mechernich-Vollem

 

Bei Mechernich-Vollem finden Sie eine nahezu original erhaltene Aquäduktbrücke die die Eifelwasserleitung über den Kallmuther-Bach führte. Die Leitung mit einer Weite von 0.42 Meter und 0,50-0,52 Meter lichter Höhe war mit Sandsteinplatten abgedeckt und ist im inneren rundherum versintert. Der Grabungsbefund lässt den Schluss zu, dass dieses Leitungsstück noch aus der ersten Bauphase der Eifelwasserleitung stammt. Die Leitung war wahrscheinlich nur für die Wassermenge des Klausbrunnens konzipiert und wurde nach Anschluss des Grünen Pütz bei Nettersheim voll ausgenutzt, woraus die komplette Versinterung der Leitung resultiert.

Römerkanal-Sammelbecken bei Mechernich-Eiserfey

 

Im Jahre 1959 wurde in Mechernich-Eiserfey im Rahmen einer archäologischen Ausgrabung ein wichtiges Bauwerk des Römerkanals freigelegt. Es handelte sich um ein Sammelbecken, das die Zuläufe aus Mechernich-Urfey und Dreimühlen zusammen führt. Von diesem Sammelbecken aus beginnt die Hauptleitung des Römerkanals in Richtung Köln. Seit 2005 ist dieses Baudenkmal ein sehenswertes Ziel auf dem Römerkanal-Wanderweg.

Aquäduktbrücke Mechernich-Vussem

 

Zum Zwecke der Überquerung eines Namenlosen Seitentales des Veybaches (Altenbaches) errichteten die römischen Ingenieure eine relativ aufwendige Brücke für die Eifelwasserleitung nach Köln. Die archäologischen Ausgrabungen von 1959, nach denen zwei Bogenstellungen rekonstruiert worden sind, liessen das Bild einer 80 Meter langen, aus zehn bis zwölf Pfeilern bestehenden Aquäduktbrücke nachzeichnen, auf welcher das Wasser in 10 Meter Höhe über den Talgrund geführt wurden. Der Originalbefund ist in den wieder aufgebauten Pfeilern teilweise noch gut zu erkennen: Es handelt sich um das unregelmässige Mauerwerk, das ehemals zu den Pfeilerfundamenten gehört. Anschliessend an die Aquäduktbrücke ist unter Wald die vorzüglich erhaltene römische Arbeitstrasse mit dem teilweise zerstörten Trinkwasserkanal zu sehen. Auch ein ehemaliger Einstiegschacht ist in Resten erkennbar erhalten geblieben.

Aufschluss der Eifelwasserleitung bei Mechernich-Breitenbenden

 

Bei der Anlage der ehemaligen Straße nach Holzheim und eines Weges nach Harzheim ist die römische Eifelwasserleitung nach Köln in kurzem Abstand zweimal durchschnitten worden. Dadurch ist einer der instruktivsten Aufschlüsse im ganzen Leitungsverlauf entstanden.

 

Erkennbar ist in den beiden Wangen, dass sie nach dem Prinzip der „verlorenen Schalung errichtet worden sind: Auf der gegossenen Leitungssohle wurden zwei Mauern aus Handquadersteinen aufgesetzt, die man gegen die Baugrubenwand mit kleinen Bruchsteinen in reichlich Mörtel hinterfütterte. Die so entstandene Rinne wurde mit einem Gewölbe überdeckt, das auf einem Lehrgerüst, von dessen Schalbrettern man die Abdrücke noch deutlich erkennen kann, aus keilförmig zugeschlagenen Grauwacken gesetzt worden ist. Und obwohl der Kanal auf diese Weise völlig geschlossen war, hat man zur Zierde an den Innenflächen der Wangen noch einen Fugenstrich angebracht vielleicht als Ausdruck römischen Handwerkerstolzes.

Aufschluss der röm. Eifelwasserleitung bei Euskirchen-Kreuzweingarten

 

In diesem sorgfältig hergerichteten Leitungsaufschuss beeindruckt vor allen Dingen die Mächtigkeit der Kalkablagerungsschichten. Diese Sinterschichten lassen eine ununterbrochene Nutzungszeit des Kanals von rund 190 Jahren errechnen. Der versinterte Querschnitt lässt zwar auf der Sohle nur eine lichte Weite von 0,12 Meter offen, aber selbst dieses Profil liess nach hydraulischen Berechnungen eine Tagesleistung von 20.000 Kubikmeter Trinkwasser zu. Die Kanalwangen sind aus Grauwacken gemauert, und das Gewölbe setzt auf beiden Wangen 0,06 Meter von deren Innenkanten an. Dieser Abstand entspricht dem Raum, der für das Auflegen des Lehrgerüstes für den Bau des Gewölbes benötigt wurde.

Aufschluss bei Swisttal-Buschhoven, Am Forsthaus

 

Beim Ausbau der Umgehungsstrasse Buschhoven (heute B 56 ) im Jahre 1937 war die römische Eifelwasserleitung nur zerstört vorgefunden worden. Zu Anschauungszwecken hatte man im Verlauf der Leitungstrasse nördlich der Fussgängerbrücke zwei Teilstücke der Leitung in die Böschung beidseitig der Straße verpflanzt, die zuvor an dieser Stelle im Wald ausgebaut worden waren. Die Leitungsstücke an der B56 wurden im Jahre 1948 gesprengt; dagegen hat man den Aufschluss hier erhalten können. Die Leitung liegt bei Buschhoven noch aussergewöhnlich tief in der Erde, da sie erst hier die höchste Stelle des Villerückens überwunden hat. Sie hat hier das Regelprofil von 0,74 Meter Breite und 1,05 Meter Höhe. Ihr Gefälle beträgt wegen der besonderen Probleme bei der Überquerung des Villerückens nur 0,12 Prozent.

Doppelleitung in Köln Hürth-Hermülheim

 

Die bei der Burg von Hermülheim beginnende Sammelleitung für das Wasser von fünf Quellen im Vorgebirgshang war vermutlich nach der Erhebung Kölns zur Kolonie (50 n. Chr.) aufgestockt worden. Auf diese Weise erreichte man in Köln eine größere Versorgungshöhe und konnte die Leitung zudem bis an die neue Stadtmauer heranführen. Bei den hierfür erforderlichen Baumaßnahmen wurde die ältere Leitung als Substruktion benutzt: man setzte deren Rinne mit Tuffquadern zu und errichtete darauf die Pfeiler für die auf Bogenstellungen geführte Hochleitung. In deren Rinne wurde auch das Wasser der gegen Ende des 1.Jahrhunderts n.Chr. angeschlossenen Eifelwasserleitung transportiert. Der hier einsehbare Befund wurde im Jahre 1962 freigelegt; die Rinne oberhalb der Bogenscheitel ist rekonstruiert worden, der Rest ist Originalbefund.

Absetzbecken bei Köln-Klettenberg / Berrenrather Straße

 

Dieses Absetzbecken wurde im Jahre 1927 bei Regulierungsarbeiten am Duffesbach angeschnitten und archäologisch untersucht. Es handelt sich um ein ehemals in die älteste Vorgebirgsleitung integriertes Kleinbauwerk, das zweierlei Funktionen zu erfüllen hatte. Zum einen konnte hier das aus dem Vorgebirge kommende Wasser geklärt werden: Schwebstoffe, die im Wasser mitgeführt wurden, konnten sich aufgrund der verringerten Durchflussgeschwindigkeit im Becken ablagern und von Zeit zu Zeit durch Öffnen der in Bodenhöhe befindlichen Spülschleuse entfernt werden. Zum anderen war hier die anschliessende Leitung, die in der ältesten Bauphase ab hier oberirdisch geführt worden war, für Reparaturarbeiten abzusperren und trockenzulegen gewesen. Bei der Aufstockung der Leitung in der zweiten Bauphase nach 50 n.Chr. wurde dieses Becken ausser Betrieb gesetzt und diente nur noch als Substruktion für einen Pfeiler der neuen Hochleitung, die ihren Anfang bei Hermülheim hatte. In dieser Leitung wurde ab Ende des 1. Jahrhunderts n.Chr. dann auch das über eine 95,4 Kilometer lange Leitung aus der Eifel kommende Wasser nach Köln transportiert.

Pfeilerreste der römischen Wasserleitung in Köln Berrenrather Straße

 

In diesem Pfeilerstumpf haben wir einen Rest der römischen Trinkwasserleitung vor uns. Schon die älteste Leitung aus dem Vorgebirge war ab dem Klärbecken im Grüngürtel als Hochleitung geführt worden, die in einer zweiten Bauphase aber aufgestockt wurde. Auch diese bei Hermülheim beginnende Hochleitung diente anfangs noch der Wasserversorgung aus dem Vorgebirge; nach Anschluss der Eifelwasserleitung gegen Ende des 1. Jahrhunderts n.Chr. konnte ihre Tagesleistung auf 20000 Kubikmeter gesteigert werden. Dieser Pfeiler stand ursprünglich in der gegenüberliegenden Fahrbahnhälfte und ist im Jahre 1963 aus verkehrstechnischen Gründen an seine jetzigen Standort versetzt worden.

Aquäduktbrücke Mechernich-Vussem

 

Zum Zwecke der Überquerung eines Namenlosen Seitentales des Veybaches (Altenbaches) errichteten die römischen Ingenieure eine relativ aufwendige Brücke für die Eifelwasserleitung nach Köln. Die archäologischen Ausgrabungen von 1959, nach denen zwei Bogenstellungen rekonstruiert worden sind, liessen das Bild einer 80 Meter langen, aus zehn bis zwölf Pfeilern bestehenden Aquäduktbrücke nachzeichnen, auf welcher das Wasser in 10 Meter Höhe über den Talgrund geführt wurden. Der Originalbefund ist in den wieder aufgebauten Pfeilern teilweise noch gut zu erkennen: Es handelt sich um das unregelmässige Mauerwerk, das ehemals zu den Pfeilerfundamenten gehört. Anschliessend an die Aquäduktbrücke ist unter Wald die vorzüglich erhaltene römische Arbeitstrasse mit dem teilweise zerstörten Trinkwasserkanal zu sehen. Auch ein ehemaliger Einstiegschacht ist in Resten erkennbar erhalten geblieben.

Aufschluss der Eifelwasserleitung bei Mechernich-Breitenbenden

 

Bei der Anlage der ehemaligen Straße nach Holzheim und eines Weges nach Harzheim ist die römische Eifelwasserleitung nach Köln in kurzem Abstand zweimal durchschnitten worden. Dadurch ist einer der instruktivsten Aufschlüsse im ganzen Leitungsverlauf entstanden.

 

Erkennbar ist in den beiden Wangen, dass sie nach dem Prinzip der „verlorenen Schalung errichtet worden sind: Auf der gegossenen Leitungssohle wurden zwei Mauern aus Handquadersteinen aufgesetzt, die man gegen die Baugrubenwand mit kleinen Bruchsteinen in reichlich Mörtel hinterfütterte. Die so entstandene Rinne wurde mit einem Gewölbe überdeckt, das auf einem Lehrgerüst, von dessen Schalbrettern man die Abdrücke noch deutlich erkennen kann, aus keilförmig zugeschlagenen Grauwacken gesetzt worden ist. Und obwohl der Kanal auf diese Weise völlig geschlossen war, hat man zur Zierde an den Innenflächen der Wangen noch einen Fugenstrich angebracht vielleicht als Ausdruck römischen Handwerkerstolzes.

Aufschluss der röm. Eifelwasserleitung bei Euskirchen-Kreuzweingarten

 

In diesem sorgfältig hergerichteten Leitungsaufschuss beeindruckt vor allen Dingen die Mächtigkeit der Kalkablagerungsschichten. Diese Sinterschichten lassen eine ununterbrochene Nutzungszeit des Kanals von rund 190 Jahren errechnen. Der versinterte Querschnitt lässt zwar auf der Sohle nur eine lichte Weite von 0,12 Meter offen, aber selbst dieses Profil liess nach hydraulischen Berechnungen eine Tagesleistung von 20.000 Kubikmeter Trinkwasser zu. Die Kanalwangen sind aus Grauwacken gemauert, und das Gewölbe setzt auf beiden Wangen 0,06 Meter von deren Innenkanten an. Dieser Abstand entspricht dem Raum, der für das Auflegen des Lehrgerüstes für den Bau des Gewölbes benötigt wurde.

Aufschluss bei Swisttal-Buschhoven, Am Forsthaus

 

Beim Ausbau der Umgehungsstrasse Buschhoven (heute B 56 ) im Jahre 1937 war die römische Eifelwasserleitung nur zerstört vorgefunden worden. Zu Anschauungszwecken hatte man im Verlauf der Leitungstrasse nördlich der Fussgängerbrücke zwei Teilstücke der Leitung in die Böschung beidseitig der Straße verpflanzt, die zuvor an dieser Stelle im Wald ausgebaut worden waren. Die Leitungsstücke an der B56 wurden im Jahre 1948 gesprengt; dagegen hat man den Aufschluss hier erhalten können. Die Leitung liegt bei Buschhoven noch aussergewöhnlich tief in der Erde, da sie erst hier die höchste Stelle des Villerückens überwunden hat. Sie hat hier das Regelprofil von 0,74 Meter Breite und 1,05 Meter Höhe. Ihr Gefälle beträgt wegen der besonderen Probleme bei der Überquerung des Villerückens nur 0,12 Prozent.

Doppelleitung in Köln Hürth-Hermülheim

 

Die bei der Burg von Hermülheim beginnende Sammelleitung für das Wasser von fünf Quellen im Vorgebirgshang war vermutlich nach der Erhebung Kölns zur Kolonie (50 n. Chr.) aufgestockt worden. Auf diese Weise erreichte man in Köln eine größere Versorgungshöhe und konnte die Leitung zudem bis an die neue Stadtmauer heranführen. Bei den hierfür erforderlichen Baumaßnahmen wurde die ältere Leitung als Substruktion benutzt: man setzte deren Rinne mit Tuffquadern zu und errichtete darauf die Pfeiler für die auf Bogenstellungen geführte Hochleitung. In deren Rinne wurde auch das Wasser der gegen Ende des 1.Jahrhunderts n.Chr. angeschlossenen Eifelwasserleitung transportiert. Der hier einsehbare Befund wurde im Jahre 1962 freigelegt; die Rinne oberhalb der Bogenscheitel ist rekonstruiert worden, der Rest ist Originalbefund.

Absetzbecken bei Köln-Klettenberg / Berrenrather Straße

 

Dieses Absetzbecken wurde im Jahre 1927 bei Regulierungsarbeiten am Duffesbach angeschnitten und archäologisch untersucht. Es handelt sich um ein ehemals in die älteste Vorgebirgsleitung integriertes Kleinbauwerk, das zweierlei Funktionen zu erfüllen hatte. Zum einen konnte hier das aus dem Vorgebirge kommende Wasser geklärt werden: Schwebstoffe, die im Wasser mitgeführt wurden, konnten sich aufgrund der verringerten Durchflussgeschwindigkeit im Becken ablagern und von Zeit zu Zeit durch Öffnen der in Bodenhöhe befindlichen Spülschleuse entfernt werden. Zum anderen war hier die anschliessende Leitung, die in der ältesten Bauphase ab hier oberirdisch geführt worden war, für Reparaturarbeiten abzusperren und trockenzulegen gewesen. Bei der Aufstockung der Leitung in der zweiten Bauphase nach 50 n.Chr. wurde dieses Becken ausser Betrieb gesetzt und diente nur noch als Substruktion für einen Pfeiler der neuen Hochleitung, die ihren Anfang bei Hermülheim hatte. In dieser Leitung wurde ab Ende des 1. Jahrhunderts n.Chr. dann auch das über eine 95,4 Kilometer lange Leitung aus der Eifel kommende Wasser nach Köln transportiert.

Pfeilerreste der römischen Wasserleitung in Köln Berrenrather Straße

 

In diesem Pfeilerstumpf haben wir einen Rest der römischen Trinkwasserleitung vor uns. Schon die älteste Leitung aus dem Vorgebirge war ab dem Klärbecken im Grüngürtel als Hochleitung geführt worden, die in einer zweiten Bauphase aber aufgestockt wurde. Auch diese bei Hermülheim beginnende Hochleitung diente anfangs noch der Wasserversorgung aus dem Vorgebirge; nach Anschluss der Eifelwasserleitung gegen Ende des 1. Jahrhunderts n.Chr. konnte ihre Tagesleistung auf 20000 Kubikmeter gesteigert werden. Dieser Pfeiler stand ursprünglich in der gegenüberliegenden Fahrbahnhälfte und ist im Jahre 1963 aus verkehrstechnischen Gründen an seine jetzigen Standort versetzt worden.

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